Kategorie-Archiv: Aktion

Bündnis Zwangsräumung verhindern meets A-Café / Anarchistisches Infocafé / Mo., 27.2.2023

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NewYorck im Bethanien
Raum emanzipatorischer Projekte
Anarchistisches Infocafé
Montag, 27.2.2023 / 20:00 Uhr
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Wo steht die Mietenbewegung heute? – Veranstaltung mit dem Bündnis Zwangsräumung verhindern

Vor fast genau 10 Jahren in Berlin-Kreuzberg, Lausitzer Straße 8, 6.00 Uhr morgens. Dutzende Polizeifahrzeuge mit Hunderten Polizisten sperren den Kiez und insbesondere die Lausitzer Straße. Vor dem Haus mit der Nummer 8 blockieren 150 Menschen den Eingang, schnell werden es Tausend. Im Laufe des Tages kommt es zu Hubschraubereinsatz, Sperrung der U-Bahn und spontanen Demonstrationen.

Wurde ein besetztes Haus geräumt? Nein, es war die Zwangsräumung einer fünfköpfigen Familie aus ihrer Mietwohnung. Auch wenn es seitdem keine so aufmerksamkeitsstarke Aktion mehr gab, kämpft das Bündnis Zwangsräumung verhindern seitdem gegen Zwangsräumung und Verdrängung.

Was ist in den 10 Jahren passiert? Was ist aus der Hoffnung von Massenmilitanz geworden? Wo steht die Mietenbewegung heute? Sind Zwangsräumung, steigende Mieten und Verdrängung in einer kapitalistisch organisierten Gesellschaft, die sich zudem noch im Krieg befindet, überhaupt zu stoppen? Ist das alles nur Sozialarbeit, die uns dem Ziel „alle Verhältnisse umzustürzen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ keinen Schritt näher bringt? Oder gibt es auch Erfolge? Kleine Erfolge, angesichts der Gewalt der Verdrängung, große Erfolge für die Einzelnen, die ihre Wohnung erhalten und vielleicht das erste
mal solidarische Menschen und die Möglichkeit gemeinschaftlichen Handelns erfahren.

Wir haben die Fragen, auf die Suche nach Antworten wollen wir uns mit euch gemeinsam begeben.

Bündnis Zwangsräumung verhindern

* Wer Lust hat kann gerne ab 17:30 Uhr zum Gemüseschnippeln kommen.
* Ab 19:30 Uhr gibt es veganes Essen für Alle auf Spendenbasis
* Ab 20:00 Uhr Veranstaltung

Das Anarchistische Infocafé befindet sich im NewYorck im 1. Stock. Die Räume sind barrierearm, WC ist mit Rolli befahrbar. Wer einen Fahrstuhl braucht kann sich an der Info im Bethanien-Haupteingang, Mariannenplatz 2, melden.

NewYorck im Bethanien – Südflügel – Mariannenplatz 2a – 10997 Berlin
U KottbusserTor – U GörlitzerBhf – Bus 140 Mariannenplatz


acafe.noblogs.org
zwangsraeumungverhindern.nostate.net

Kundgebung für Monika 13.1.2023

Am Freitag, der 13.1. waren wir viele Nachbar*innen in Wilmersdorf um dagegen zu protestieren, dass Monika mitten im Winter auf die Straße gesetzt wird. Monika wurde wegen Eigenbedarf gekündigt. Am 28. Februar 2023 soll sie ausziehen. Monika ist 81 Jahre alt und wohnt seit 1984 in der Wohnung. Sie hat in ihrer Nachbarschaft ihr soziales und kulturelles Umfeld. Wir finden es falsch, dass jemand eine Wohnung kauft und die Mieterin auf die Straße setzt.

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Wohnungssuche mit Monika

Hallo Nachbar*innen,

vielleicht habt Ihr schon von Monika‘s Räumung gehört oder in der Zeitung gelesen… Nun wollen wir Euch fragen, ob Ihr vielleicht jemand kennt oder einen Tip habt, wie Monika eine Wohnung im Kiez finden kann, denn hier ist ihr Lebensmittelpunkt!

Da Monika auf dem leergefegten Wohnungsmarkt keine neue Wohnung finden konnte, droht Monika Wohnungslosigkeit ab Ende Februar. Monika ist 81 Jahre alt und hat seit 38 Jahren in der Fechnerstrasse gelebt, nun machte der Vermieter Eigenbedarf an der Wohnung geltend.

Trotz vieler gemeinsamer Bemühungen und öffentlichem Protest konnten wir den Wohnungseigentümer von Monikas Wohnung nicht dazu umstimmen, von der Räumung abzusehen. Staatlicherseits droht ihr deshalb eine Unterbringung in einer Wohnungsloseneinrichtung.

Monika ist als ehemalige Lehrerin und darüber hinaus vielfältig gesellschaftlich engagiert und interessiert, der Kiez rund um die Fechnerstrasse ist ihr Lebensmittelpunkt, deshalb ist es für uns alle auch unvorstellbar und ein Skandal, dass sie rausgeschmissen werden soll. Wenn auch Ihr denkt, Monika soll im Kiez bleiben und Ihr habt einen Vorschlag wo, dann meldet Euch bei Monika oder uns – dem Bündnis Zwangsräumung verhindern!

Mi., 16.11. // Kundgebung gegen Eigenbedarfskündigung nach 38 Jahren Mietdauer

Mittwoch, 16.11.2022, 16 Uhr
Winterfeldtstr. 31 // 10781 Berlin-Schöneberg

Jutta und Yasemin wohnen seit 38 Jahren in einer Wohnung in Schöneberg, nun will der Eigentümer Mutter und Tochter räumen. Dagegen protestieren wir am 16.11. 2022 in der Winterfeldtstr. 31! Denn hier wohnt Serafettin Yelken, der Eigentümer der Wohnung von Jutta und Yasemin.

1984 zogen Jutta und Yasemin in die Wohnung, die damals noch zum sozialen Wohnungsbau des Landes Berlin gehörte. 1999 wurden große Teile der Wohnungsbestände des Landes Berlin von der damaligen Berliner Regierung privatisiert, auch das Mietshaus, in dem Jutta und Yasemin leben. Der erste Käufer war ein großer Immobilienkonzern, der wandelte das Mietshaus in Eigentumswohnungen um und verkaufte weiter. Nach mehreren Eigentümerwechseln kaufte zuletzt die Familie Yelken die Wohnung.

Familie Yelken hat 2020 Eigenbedarf angemeldet, die Kündigung ist richterlich beschlossen, der ursprüngliche Räumungstermin war der 18.11.2022. Dazu sagte der Anwalt von Yasemin und Jutta: „Das ursprüngliche Kündigungsurteil kam völlig überraschend, die Richterin hat entgegen den Gepflogenheiten ohne weitere Beweisaufnahme, Zeugenvernahme und ohne Prüfung der Härtegründe entschieden.“

Aufgrund der gesundheitlichen Lage von Jutta und Yasemin hat das Gericht nun einen Räumungsaufschub bis 2.12.2022 gewährt. Jutta und Yasemin leiden nicht nur unter chronischen Erkrankungen, sondern zusätzlich unter enormem physischem und psychischem Stress, verursacht durch die Räumungsdrohung.

Wir haben mit einem persönlichen Besuch und einem Brief Kontakt mit Eigentümer Yelken aufgenommen, leider vergeblich. Wir fordern die Eigentümer auf, die gesundheitliche Lage von Yasemin und Jutta nicht weiter zu verschärfen und die Kündigung zurück zunehmen!

Große Mahnwache gegen Eigenbedarfskündigung // 27.10. // 17.30 Uhr // Kudamm 43

Große Mahnwache gegen Eigenbedarfskündigung nach 40 Jahren
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Donnerstag, 27.10.2022
17.30 bis 18.30 Uhr
Kurfürstendamm 43
10719 Berlin
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Jeden Donnerstag protestieren wir am Kudamm 43 gegen die Zwangsräumung von Micha. Nun rückt der Zwangsräumungstermin von Micha immer näher. Deswegen laden wir zu einer großen, gemeinsamen Mahnwache am 27.10. ein. Kommt alle!

Micha soll nach 40 Jahren seine Wohnung in Steglitz verlieren. Jeden Donnerstag von 17.30 bis 18.30 Uhr zeigen wir unseren Protest vor dem Büro von „MyBudapester.com“ am Kudamm 43. Die Geschäftsführer sind deswegen schon total sauer. Sie haben Angst, dass wir ihr Geschäft stören. Sie wollen unbesorgt Profite machen, während sie Micha die Wohnung wegnehmen. Aber wir lassen nicht locker! 

Grund der Kündigung 

Die beiden Geschäftsführer Tomasz Rotecki und Matthias Nebus haben die Wohnung von Micha gekauft und versuchten direkt ihn aus der Wohnung zu schmeißen. Ihre Begründung war Eigenbedarf. Die Firma der Eigentümer Rotecki und Nebus machte 2019 einen Jahresumsatz von 16 Millionen Euro. Sie kriegen den Hals nicht voll. Wir finden es nicht richtig, dass Leute mit soviel Geld eine bewohnte Wohnung kaufen und den Mieter dann rausschmeißen. Nach dem Wohnungsverlust droht akut die Obdachlosigkeit. Das lassen wir nicht zu. Jede Woche gehen wir gegen diese Zwangsräumung auf die Straße. Micha hat unsere Solidarität. Wir lassen nicht locker! 

Micha soll in seiner Wohnung bleiben! Zwangsräumung verhindern! 

Bündnis Zwangsräumung verhindern
Deutsche Wohnen & Co Enteignen
Queers Against Landlords

Solidarische Prozessbegleitung // Di., 25.10., 12 Uhr

Solidarische Prozessbegleitung 
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Dienstag, 25.10.2022, 12 Uhr
Amtsgericht Tiergarten, Raum 1104
Kirchstraße 6, 10557 Berlin

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Am 26. Oktober 21 wurde Michél nach jahrelangem Rechtsstreit aus seiner Wohnung in der Adalbertstraße zwangsgeräumt. Michél ist kein Einzelfall. In Berlin wurden 2020 mehr als 1700 Wohnungen zwangsgeräumt.

Gegen das gesellschaftliche Problem von Wohnungsnot und Zwangsräumungen gibt es seit vielen Jahren Widerstand. Das „Bündnis Zwangsräumungen Verhindern“ agiert mit vielfältigen Widerstandsformen vom Briefe schreiben über Vermieter:innenbesuche bis zu Versuchen Zwangsräumungen am Tag der Räumung zu verhindern.

Gegen Michéls Räumung im vergangenen Oktober wurde eine Kundgebung angemeldet. Die Gerichtsvollzieherin rückte mit mehreren Polizeifahrzeugen an. Anstatt die Straße zu sperren und die Protestkundgebung im gesellschaftlichen Raum zu ermöglichen, wurden die Kundgebungsteilnehmer:innen zwischen parkenden Fahrzeugen hindurch auf den Gehweg gedrängt. 

Dabei soll es zu Widerstand und Angriff auf die Polizeibeamt:innen gekommen sein. Ein Teilnehmer der Kundgebung hat in Folge dessen einen Strafbefehl von 100 Tagessätzen á 30 € erhalten. Das Widerspruchsverfahren wird am Dienstag, den 25. Oktober, um 12 Uhr vor dem Amtsgericht Tiergarten in der Kirchstr. 6 im Raum 1104 verhandelt.

Kriminell ist wer mittels Zwangsräumungen Mieter:innen auf die Straße setzt und nicht wer dagegen auf die Straße geht! Kommt zur solidarischen Prozessbegleitung!

Kundgebung gegen Eigenbedarfskündigung // Mi., 14.9., 16.30 bis 17.30 // Rathaus Zehlendorf

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Kundgebung gegen Eigenbedarfskündigung
Mittwoch, 14.9.2022, 16.30 bis 17.30 Uhr
Rathaus Zehlendorf
Kirchstraße 1/3, 14160 Berlin
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Micha soll nach 40 Jahren seine Wohnung in Steglitz verlieren. Die Eigentümer der Wohnung sind Tomasz Rotecki und Matthias Nebus, zwei von drei Geschäftsführern von „MyBudapester.com“ am Kudamm 43. Der Jahresumsatz von „MyBudapester.com“ lag 2019 bei 16 Millionen Euro. 

Nach Aufteilung in Eigentum 1999 wurde Michas Wohnung 2018 zum zweiten Mal verkauft. Käufer waren Rotecki und Nebus, die umgehend Eigenbedarf für die 75-jährige Schwiegermutter von Rotecki geltend machten. Das Gericht winkte den Eigenbedarf der Schwiegermutter durch. Micha soll am 30.11.2022 raus.

Wir haben mehrmals mit Briefen, Emails, persönlichen Besuchen und seit 30.6.2022 mit wöchentlichen Mahnwachen versucht mit den Eigentümern Rotecki und Nebus Kontakt aufzunehmen. Leider vergeblich, sie verweigern alle Gesprächsangebote. 

Im Juli hat die Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf, M. Schellenberg, einen Brief an die Eigentümer geschrieben. Dieser blieb bisher ohne Antwort. Deshalb fordern wir alle Mitglieder des Bezirksamtes und der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf auf diesen Brief ebenfalls zu unterzeichnen und sich solidarisch mit dem von Verdrängung bedrohten Einwohner ihres Bezirkes zu zeigen. 

Diese Solidarität wollen wir von den Mitglieder des Bezirksamtes und der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf auf der Kundgebung vor der Bezirksverordneten-Sitzung einfordern.

Mahnwache gegen Eigenbedarfskündigung nach 40 Jahren Mietdauer

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Von 30.6. bis 24.11.2022
jeden Donnerstag 17.30 bis 18.30 Uhr
Kurfürstendamm 43 // 10719 Berlin
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Micha soll nach 40 Jahren seine Wohnung in Steglitz verlieren. Dagegen protestieren wir jeden Donnerstag von 17.30 bis 18.30 Uhr. Denn die Eigentümer der Wohnung sind zwei von drei Geschäftsführern von „MyBudapester.com“ am Kudamm 43. Wir fordern die Rücknahme der Kündigung. Bitte unterstützen Sie uns. 

Grund der Kündigung 

Nach Aufteilung in Eigentum 1999 wurde die Wohnung 2018 zum zweiten Mal verkauft. Käufer waren Tomasz Rotecki und Matthias Nebus, die umgehend Eigenbedarf für die 75-jährige Schwiegermutter von Rotecki geltend machten. Die Wohnung liegt im dritten Stock ohne Fahrstuhl und hat eine sehr einfache Ausstattung. 

Das Gericht winkte den Eigenbedarf der Schwiegermutter durch. Micha steht wie viele bei drohendem Verlust der Wohnung unter enormem physischem und psychischem Stress. Dagegen empfahl der Gerichtsgutachter eine Liste von Medikamenten. Das Gericht gewährte einen Räumungsaufschub bis 30.11.2022. 

Was wir fordern 

Wir haben mehrmals mit Briefen, Emails und persönlichen Besuchen versucht mit den Eigentümern Rotecki und Nebus Kontakt aufzunehmen. Leider vergeblich, sie verweigern alle Gesprächsangebote. Der Jahresumsatz von „MyBudapester.com“ lag 2019 bei 16 Millionen Euro. Wir finden es nicht richtig, dass Leute mit soviel Geld eine bewohnte Wohnung kaufen und den Mieter dann rausschmeißen. Die Wohnungssituation in Berlin ist dramatisch. Auf eine Mietwohnung bewerben sich durchschnittliche 150 Leute. 

Deshalb fordern wir die Rücknahme der Kündigung. 
Micha soll in seiner Wohnung bleiben!

8. bundesweites Recht auf Stadt-Forum in Jena // 10.-12.6.2022

Workshop
Zwangsräumungen verhindern – 10 Jahre Erfahrung in basisdemokratischen Kämpfen
Samstag 11.6. | 15–17 Uhr | Turmkneipe
https://rechtaufstadt-forum.de

10 Jahre Erfahrung in basisdemokratischen Kämpfen rund um die Zwangsräumung

Als politisches, linksradikales Bündnis mit Betroffenen nutzen wir das Drama der Zwangsräumung, um das antikapitalistische Narrativ zu stärken und basisdemokratische Kämpfe zu organisieren. Die Vielfalt der Organisationsformen schafft viele Angebote. Die dem kapitalistischen Eigentumsverhältniss der Stadt innewohnende Zwangsräumung schafft die internationale Vernetzung der Kämpfe.

Aber wir kommen auch an unsere Grenzen durch die neue Eskalation der Kapitalverhältnisse in Kriegen und zivilgesellschaftlichen Prozessen. Die Stadt als das Zentrum der verräumlichten Kapitalverhältnisse ist der erste Kollateralschaden einschließlich seiner Bewohner.

Wir würden gern über unsere Erfahrungen insbesondere der Organisation von Betroffenen und deren Politisierung angesichts der zunehmenden Kriegsgefahr und deren Überwindung durch ein revolutionäres Subjekt reden. Der Kapitalismus schafft ja bekanntlich auch in Permanenz die Bedingungen seiner eigenen Überwindung. Wie können wir in diesem Sinne unsere Kämpfe verbinden und internationalisieren?

Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen!
Bündnis Zwangsräumung verhindern aus Berlin

Zwangsräumung von Micha verhindern! Kundgebung // 3.6. // Kudamm

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Zwangsräumung von Micha verhindern! 
Kundgebung
Freitag // 3.6.2022 // 17 Uhr 
Kurfürstendamm 43 // 10719 Berlin 

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Am Kudamm 43 ist der Luxusladen „Budapester“. Tomasz Rotecki und Matthias Nebus sind zwei Geschäftsführer von „Budapester“ und dem zugehörigen Webshop „MyBudapester.com“. Sie wollen in Steglitz den Mieter Micha auf die Straße setzen. 

Der Jahresumsatz von „MyBudapester.com“ lag 2019 bei 16 Millionen Euro. Micha wohnt seit 1982 in der Wohnung und ist im Kiez dort aufgewachsen. Nach Aufteilung in Eigentum 1999 wurde die Wohnung 2018 zum zweiten Mal verkauft. Käufer waren Rotecki und Nebus, die umgehend Eigenbedarf für die 75-jährige Schwiegermutter von Rotecki geltend machten. Die Wohnung liegt im dritten Stock ohne Fahrstuhl und hat eine sehr einfache Ausstattung. 

Das Gericht winkte den Eigenbedarf der Schwiegermutter durch. Micha steht wie viele bei drohendem Verlust der Wohnung unter enormem physischem und psychischem Stress. Dagegen empfahl der Gerichtsgutachter eine Liste von Medikamenten. Das Gericht gewährte noch generös einen Räumungsaufschub bis 30.11.2022. 

Rotecki und Nebus verweigern alle Gesprächsangebote. Sie reagieren aber panisch auf Besuche ihres Ladens. Nach einer versuchten Übergabe eines Protestbriefes holten sie 8 Security-Mitarbeiter um ihren Nobelladen zu bewachen. Die haben ganz schön Angst vor Öffentlichkeit. Kommt zur Kundgebung! 

Wir lassen nicht einfach zu, dass jemand aus seiner Wohnung geworfen wird. Wie heißt es so schön in Berlin? Wer hier Eigentumswohnungen kauft, kauft Ärger! 

Protestaktion wg. Eigenbedarfskündigung nach 40-jähriger Mietdauer

Heute, 12.5.2022, kurz nach 15 Uhr besuchten ein dutzend Aktivist*innen vom „Bündnis Zwangsräumung verhindern“ den Luxusladen „Budapester“ am Kurfürstendamm. Sie protestierten gegen die Zwangsräumung eines Mieters in Steglitz. Zwei der drei Geschäftsführer von „Budapester“ und dem zugehörigen Webshop „MyBudapester.com“ wollen dort einen Mieter auf die Straße setzen. Der Jahresumsatz von „MyBudapester.com“ lag 2019 nach eigenen Angaben bei 16 Millionen Euro.

Der Mieter wohnt seit 1982 in der Wohnung. Nach Aufteilung in Eigentum 1999 wurde die Wohnung 2018 zum zweiten Mal verkauft. Käufer waren Tomasz Rotecki und Matthias Nebus, die umgehend Eigenbedarf für die 75-jährige Schwiegermutter von Rotecki geltend machten. Die Wohnung liegt im dritten Stock ohne Fahrstuhl und ist stark sanierungsbedürftig.

Anna Lobeck hierzu: „Das glaubt doch kein Mensch, dass die Schwiegermutter da einzieht. Die wollen den Mieter, der da 40 Jahre wohnt, rausschmeißen, weil dann der Wert der Wohnung steigt. Die Politik hätte gegen so was schon längst Gesetze erlassen können. Machen sie aber nicht, sind halt die Politiker*innen der Reichen.“

Das Gericht winkte den Eigenbedarf der Schwiegermutter durch. Dem Mieter, der wie viele bei drohendem Verlust der Wohnung unter enormem physischem und psychischem Stress steht, empfahl der Gerichtsgutachter eine Liste von Medikamenten. Das Gericht gewährte noch generös einen Räumungsaufschub.

„Wie kaltschnäuzig ist das denn? Da schmeißt dich ein Gericht mit fadenscheinigen Gründen aus der Wohnung und dann drücken sie dir ein paar Pillen in die Hand, damit du zugedröhnt in die Obdachlosigkeit gehst,“ so Anna Lobeck weiter. „Aber von Richter*innen ist ebenso wenig zu erwarten wie von Politiker*innen. Die gehören alle zur Klasse der Besitzenden.“

Das angestrebte Gespräch mit den Geschäftsführern Tomasz Rotecki und Matthias Nebus kam nicht zustande. Ein Sicherheitsangestellter weigerte sich Kontakt zu Rotecki und Nebus herzustellen und verwies die Aktivist*innen des Ladens.

Anna Lobeck zum Abschluss der Aktion: „Wir haben die ganz schön aufgescheucht in ihrem Nobelladen. Aber das war erst der Anfang. Wir lassen nicht zu, dass jemand einfach aus der Wohnung geworfen wird. Wie heißt es so schön in Berlin? Wer hier Eigentumswohnungen kauft, kauft Ärger!“