13. Kiezversammlung – Termine

Am 20. September war die 13. Kiezversammlung im SO36. Ungefähr 120 Leute waren da, danach gab es eine Sponti zum Kotti aus Protest gegen die geplante Polizeiwache.

Termine und weitere Infos hier:

SA 24.09. 14:00–22:00
Reichenbergerstraßenfest

SA 24.09. 14:00
Kotti, Kundgebung: Wer soll das bezahlen? Ihre Krise? Nichtaufunseremrücken

SA 24.09. 15:00
Rosa-Luxemburg-Platz, Deutsche Wohnen & Co enteignen: Faxen Dicke! Straßenfete in Mitte
https://www.dwenteignen.de/

SO 25.09. 14:00
New York Bethanien, offene Versammlung: Der Preis ist heiss

SO 25.09. 17:00
Hermannplatz, Demo Transfeindlichkeit tötet! – Gemeinsam Transfeindlichkeit bekämpfen
https://fighttransphobia.blackblogs.org/2022/09/16/aufruf-de/

MO 26.09. 19:00
Oranienstraße 45, Bilgisaray, Treffen zum Thema Polizeiwache am Kotti / Ihr seid keine Sicherheit
https://www.rundumkotti.de/akteur-innen-im-kiez/initiativen/bilgisaray/

DI 27.09. 18:00
Manteuffelstr. 51, Kundgebung gegen Eigenbedarfskündigung

DI 27.09. 18:30
Kiezanker Cuvrystr.13-14, Bündnis gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung, Planungs- und Vernetzungstreffen
https://www.mietenwahnsinn.info/aktuelles/

DO 29.09. 19:00
Aquarium, Skalitzer Str. 6, Deutsche Wohnen & Co enteignen, Veranstaltung: Wie Vergesellschaftung gelingt – zum Stand der Debatte

FR 30.09. 16:00–19:00
Kotti, Bündnis Kotti für Alle, Kundgebung und Konzert: Keine Polizeiwache über der Adalbertstraße!
https://kottifueralle.noblogs.org/

SO 02.10. 16:00
Dragonerareal Kiezraum, Bündnis Umverteilen: Vorbereitungstreffen für geplante Großdemo am 12.11.2022

SO 02.10. 17:00
Hagenplatz, Punkrock-Lampionumzug im Villenviertel (QM Grunewald)
https://mygruni.de/

MO 03.10. 13:00
Potsdamer Platz, Bündnis Heizung, Brot und Frieden, Demo: Protestieren statt Frieren!
http://heizung-brot-und-frieden.de/

MI 05.10. – SO 09.10.
Oranienplatz, initiiert von International women* space: O-Platz wird 10 – Baustelle Migration
https://iwspace.de/event/oplatz-wird-10/

MI 05.10. 19:00 Uhr
Kiezkommune Wedding, Buttmannstr.1, Veranstaltung: Aktiv werden gegen Eigenbedarfskündigungen
https://kiezkommune.noblogs.org/

FR 07.10. – SO 09.10
TU BerlinVergesellschaftungskonferenz (wohnen und Energiebereich)
https://asta.tu-berlin.de/artikel/7-9-10-konferenz-vergesellschaftung-strategien-fuer-eine-demokratische-wirtschaft/
https://vergesellschaftungskonferenz.de/anmeldung/

SA 08.10. 13:00
Mietenstopp! Bundesweiter Aktionstag, Leopoldplatz, Demo: Preise runter!
https://mietenstopp.de/
https://www.unverwertbar.org/preise/#aufruf

SA 08.10. ganztägig
Aufstehen gegen Rassismus! Diverse Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Berlin gegen die Großdemo der AfD

z.B. 11:00, Pariser Platz: Für ein solidarisches Europa der Vielen
11:00 Platz des 18.März: Gegenkundgebung
11:00 Scheidemannstr.: Solidarität bleibt unsere Stärke! Für Erinnerungskultur – gegen Hass und Hetze
und und und…

SA 15.10. 13:00
Kanzleramt, Kundgebung: #ichBinArmutsbetroffen

SA 15.10. 13:00
Schöneberg, An derApostelkirche, Deutsche Wohnen & Co enteignen: Fahrraddemo in Schöneberg
https://www.dwenteignen.de/

MI 02.11. 19:00
Dragonerareal Kiezraum, Veranstaltung: Leerstand-Verfall-Abriss-Neubau-Profit: was setzen wir dem entgegen?!

FR 11.11. 17:00
Vorplatz S+U Lichtenberg, Deutsche Wohnen & Co enteignen: Laternenumzug in Lichtenberg
https://www.dwenteignen.de/

SA 12.11.
Großdemo Umverteilen, Details folgen

Und sonst noch:

Telegram-Kanal Solidarisches Kreuzberg
t.me/xberghilfe

Plakatkampagne KiezcouRAGE
Weil nichts tun nicht hilft. Mitmachen? Plakate abholbar bei Buchhandlung Schwarze Risse / Mehringhof
http://kiezcourage.org/

Basta! Erwerbsloseninitiative
Beratung Wedding, Schererstr. 8, jeden Donnerstag 16:00–19:00; Frauenberatung jeden letzten Mittwoch im Monat 15:00–18:00
Beratung Neukölln, Weisestr. 53, jeden Dienstag 18:00–20:00
Beratung Lichtenberg, Magdalenenstraße 19, jeden 1. Und 3. Donnerstag im Monat 18:00–20:00

Kundgebung gegen Eigenbedarfskündigung // Mi., 14.9., 16.30 bis 17.30 // Rathaus Zehlendorf

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Kundgebung gegen Eigenbedarfskündigung
Mittwoch, 14.9.2022, 16.30 bis 17.30 Uhr
Rathaus Zehlendorf
Kirchstraße 1/3, 14160 Berlin
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Micha soll nach 40 Jahren seine Wohnung in Steglitz verlieren. Die Eigentümer der Wohnung sind Tomasz Rotecki und Matthias Nebus, zwei von drei Geschäftsführern von „MyBudapester.com“ am Kudamm 43. Der Jahresumsatz von „MyBudapester.com“ lag 2019 bei 16 Millionen Euro. 

Nach Aufteilung in Eigentum 1999 wurde Michas Wohnung 2018 zum zweiten Mal verkauft. Käufer waren Rotecki und Nebus, die umgehend Eigenbedarf für die 75-jährige Schwiegermutter von Rotecki geltend machten. Das Gericht winkte den Eigenbedarf der Schwiegermutter durch. Micha soll am 30.11.2022 raus.

Wir haben mehrmals mit Briefen, Emails, persönlichen Besuchen und seit 30.6.2022 mit wöchentlichen Mahnwachen versucht mit den Eigentümern Rotecki und Nebus Kontakt aufzunehmen. Leider vergeblich, sie verweigern alle Gesprächsangebote. 

Im Juli hat die Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf, M. Schellenberg, einen Brief an die Eigentümer geschrieben. Dieser blieb bisher ohne Antwort. Deshalb fordern wir alle Mitglieder des Bezirksamtes und der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf auf diesen Brief ebenfalls zu unterzeichnen und sich solidarisch mit dem von Verdrängung bedrohten Einwohner ihres Bezirkes zu zeigen. 

Diese Solidarität wollen wir von den Mitglieder des Bezirksamtes und der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf auf der Kundgebung vor der Bezirksverordneten-Sitzung einfordern.

13. Kiezversammlung // Di., 20.9., 19 Uhr // SO36 // Kreuzberg

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13. Kiezversammlung
Dienstag, 20.9., 19 Uhr 
SO36, Oranienstr. 190, Berlin-Kreuzberg

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Angst vor sozialen Unruhen – zu Recht – können sie gerne haben!

Wir wissen alle, wie die Lage derzeit ist: der Klimawandel ist im vollen Gange, die Inflation steigt, die Gewinne diverser Konzerne wie von Vonovia, RWE uvm. steigen, die Energie- und Betriebskosten kommen geballt in unbekannter Höhe auf uns zu, die Reallöhne sinken und die Transferbezieher*innen haben immer weniger auf Tasche und der Krieg in der Ukraine läuft unbeirrt weiter.

Und was machen wir?

Wir haben durchaus schlaue Antworten: Enteignung nicht nur von großen Wohnungsunternehmen wie Vonovia und Co, sondern auch Rekommunalisierung von Daseinsversorgung wie Krankenhäuser, Energieunternehmen, Wasserversorgung und Bildung. Keine Spekulationen mit Lebensmitteln! Um nur einiges zu nennen. Ihr seht, das läuft im Grunde genommen auf Systemänderung hinaus und zwar jetzt und nicht irgendwann.

Was sind unsere nächsten Schritte? Chile hat es uns vorgelebt, da gab es so lange heftige soziale Unruhen bis sie jetzt eine neue, fortschrittlichere Verfassung bekommen könnten.

Wie wehren wir uns gemeinsam gegen Strom- und Gassperrungen, gegen Zwangsräumungen, gegen zu hohe Mieten, gegen Obdachlosigkeit, gegen Diskriminierung, für mehr Grün und weniger Autoverkehr? Wie organisieren wir solidarische Kieze ohne in die Vertafelungslogik zu geraten? Wann und wo kommen wir zu Tausenden auf die Straße? Das und vieles mehr wollen wir bei der 13. Kiezversammlung mit euch bereden. Wir sind alle Expert*innen unseres eigenen Lebens!

Kommt zahlreich zur Kiezversammlung, erzählt es euren Nachbar*innen, ladet sie ein!

Mahnwache gegen Eigenbedarfskündigung nach 40 Jahren Mietdauer

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Von 30.6. bis 24.11.2022
jeden Donnerstag 17.30 bis 18.30 Uhr
Kurfürstendamm 43 // 10719 Berlin
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Micha soll nach 40 Jahren seine Wohnung in Steglitz verlieren. Dagegen protestieren wir jeden Donnerstag von 17.30 bis 18.30 Uhr. Denn die Eigentümer der Wohnung sind zwei von drei Geschäftsführern von „MyBudapester.com“ am Kudamm 43. Wir fordern die Rücknahme der Kündigung. Bitte unterstützen Sie uns. 

Grund der Kündigung 

Nach Aufteilung in Eigentum 1999 wurde die Wohnung 2018 zum zweiten Mal verkauft. Käufer waren Tomasz Rotecki und Matthias Nebus, die umgehend Eigenbedarf für die 75-jährige Schwiegermutter von Rotecki geltend machten. Die Wohnung liegt im dritten Stock ohne Fahrstuhl und hat eine sehr einfache Ausstattung. 

Das Gericht winkte den Eigenbedarf der Schwiegermutter durch. Micha steht wie viele bei drohendem Verlust der Wohnung unter enormem physischem und psychischem Stress. Dagegen empfahl der Gerichtsgutachter eine Liste von Medikamenten. Das Gericht gewährte einen Räumungsaufschub bis 30.11.2022. 

Was wir fordern 

Wir haben mehrmals mit Briefen, Emails und persönlichen Besuchen versucht mit den Eigentümern Rotecki und Nebus Kontakt aufzunehmen. Leider vergeblich, sie verweigern alle Gesprächsangebote. Der Jahresumsatz von „MyBudapester.com“ lag 2019 bei 16 Millionen Euro. Wir finden es nicht richtig, dass Leute mit soviel Geld eine bewohnte Wohnung kaufen und den Mieter dann rausschmeißen. Die Wohnungssituation in Berlin ist dramatisch. Auf eine Mietwohnung bewerben sich durchschnittliche 150 Leute. 

Deshalb fordern wir die Rücknahme der Kündigung. 
Micha soll in seiner Wohnung bleiben!

Demonstration gegen „Tag der Immobilienwirtschaft“ | 22.06., 16:30 Uhr

Wütende Krach-Demonstration
Gegen den „Tag der Immobilienwirtschaft“
Mittwoch, 22.06.22 // 16:30 Uhr
Blücherplatz (Kreuzberg)

Am 22.06.22 soll mitten in Kreuzberg der „Tag der Immobilienwirtschaft“ stattfinden. Es ist der höchste Feiertag für die Branche, mit 3000 Teilnehmenden und Polit-Prominenz (von EU- über Bau- und Finanzminister*in bis Friedrich Merz).

Eine der Veranstaltungen auf dem „Tag der Immobilienwirtschaft“ soll lauten: „ZUKUNFT: Die Stadt von morgen entwickeln wir heute. “ Das sehen wir ganz anders: Eure Zeit als Immobilienkonzerne ist abgelaufen, die Stadt der Zukunft werden WIR als Mieter*innen und Bewohner*innen gemeinsam gestalten.

Mietendeckel und Vorkaufsrecht wurden nach Klagen der Immobilienwirtschaft gekippt. Alternative Projekte werden zerschlagen, der Habersaathstraße droht Räumung und Abriss, Wohnraum steht aus Spekulationsgründen leer, und gebaut werden Luxuswohnungen und teure
Büros. Vielen von uns drückt die hohe Miete die Luft zum Leben ab, immer mehr Menschen landen auf der Straße. Während es richtig eng wird mit Inflation, Wohnungsnot und Pandemie und zusätzlich krasse Steigerungen der Nebenkosten drohen, feiert Vonovia den höchsten Gewinn seiner Firmengeschichte und kündigt weitere Mieterhöhungen an.

Während wir um unser Zuhause und unsere Stadt kämpfen, fantasieren die Funktionär*innen des Mietenwahnsinns von Digitalisierung, einer „klimaneutralen Branche“ und „Disruption“. Aber Berlin ist kein Startup, unser Zuhause ist keine Assetklasse und unsere Zukunft ist kein Finanzierungsmodell!

Lasst uns den „Tag der Immobilienwirtschaft“ in einen Feiertag des Widerstandes verwandeln und gemeinsam auf die Straße gehen für eine Stadt, in der alle Menschen mit bezahlbaren Mieten ohne Angst leben und wohnen können.

Das Programm am „Tag der Immobilienwirtschaft“ in der STATION (Luckenwalder Str. 4-6) geht von 13 bis 18 Uhr, anschließend ist vor Ort ein informelles „Get Together“ geplant (https://zia-deutschland.de/tdi-2022).

Demo-Route: Blücherplatz – Mehringdamm – Yorckstraße – Großbeerenstraße – Obentrautstraße – Möckernstraße – Tempelhofer Ufer – Immobilientag Luckenwalder Str.

Berliner Bündnis gegen #Mietenwahnsinn und Verdrängung
https://www.mietenwahnsinn.info

8. bundesweites Recht auf Stadt-Forum in Jena // 10.-12.6.2022

Workshop
Zwangsräumungen verhindern – 10 Jahre Erfahrung in basisdemokratischen Kämpfen
Samstag 11.6. | 15–17 Uhr | Turmkneipe
https://rechtaufstadt-forum.de

10 Jahre Erfahrung in basisdemokratischen Kämpfen rund um die Zwangsräumung

Als politisches, linksradikales Bündnis mit Betroffenen nutzen wir das Drama der Zwangsräumung, um das antikapitalistische Narrativ zu stärken und basisdemokratische Kämpfe zu organisieren. Die Vielfalt der Organisationsformen schafft viele Angebote. Die dem kapitalistischen Eigentumsverhältniss der Stadt innewohnende Zwangsräumung schafft die internationale Vernetzung der Kämpfe.

Aber wir kommen auch an unsere Grenzen durch die neue Eskalation der Kapitalverhältnisse in Kriegen und zivilgesellschaftlichen Prozessen. Die Stadt als das Zentrum der verräumlichten Kapitalverhältnisse ist der erste Kollateralschaden einschließlich seiner Bewohner.

Wir würden gern über unsere Erfahrungen insbesondere der Organisation von Betroffenen und deren Politisierung angesichts der zunehmenden Kriegsgefahr und deren Überwindung durch ein revolutionäres Subjekt reden. Der Kapitalismus schafft ja bekanntlich auch in Permanenz die Bedingungen seiner eigenen Überwindung. Wie können wir in diesem Sinne unsere Kämpfe verbinden und internationalisieren?

Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen!
Bündnis Zwangsräumung verhindern aus Berlin

Zwangsräumung von Micha verhindern! Kundgebung // 3.6. // Kudamm

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Zwangsräumung von Micha verhindern! 
Kundgebung
Freitag // 3.6.2022 // 17 Uhr 
Kurfürstendamm 43 // 10719 Berlin 

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Am Kudamm 43 ist der Luxusladen „Budapester“. Tomasz Rotecki und Matthias Nebus sind zwei Geschäftsführer von „Budapester“ und dem zugehörigen Webshop „MyBudapester.com“. Sie wollen in Steglitz den Mieter Micha auf die Straße setzen. 

Der Jahresumsatz von „MyBudapester.com“ lag 2019 bei 16 Millionen Euro. Micha wohnt seit 1982 in der Wohnung und ist im Kiez dort aufgewachsen. Nach Aufteilung in Eigentum 1999 wurde die Wohnung 2018 zum zweiten Mal verkauft. Käufer waren Rotecki und Nebus, die umgehend Eigenbedarf für die 75-jährige Schwiegermutter von Rotecki geltend machten. Die Wohnung liegt im dritten Stock ohne Fahrstuhl und hat eine sehr einfache Ausstattung. 

Das Gericht winkte den Eigenbedarf der Schwiegermutter durch. Micha steht wie viele bei drohendem Verlust der Wohnung unter enormem physischem und psychischem Stress. Dagegen empfahl der Gerichtsgutachter eine Liste von Medikamenten. Das Gericht gewährte noch generös einen Räumungsaufschub bis 30.11.2022. 

Rotecki und Nebus verweigern alle Gesprächsangebote. Sie reagieren aber panisch auf Besuche ihres Ladens. Nach einer versuchten Übergabe eines Protestbriefes holten sie 8 Security-Mitarbeiter um ihren Nobelladen zu bewachen. Die haben ganz schön Angst vor Öffentlichkeit. Kommt zur Kundgebung! 

Wir lassen nicht einfach zu, dass jemand aus seiner Wohnung geworfen wird. Wie heißt es so schön in Berlin? Wer hier Eigentumswohnungen kauft, kauft Ärger! 

Versuchte Briefübergabe an Zwangsräumer Rotecki und Nebus

Da beim Besuch des Nobelladens „Budapester“ am 12.5. kein Kontakt mit den Geschäftsführern Tomasz Rotecki und Matthias Nebus zustande kam, versuchten heute am 19.5. mehrere Aktivist*innen einen Protestbrief im daneben liegenden Büro persönlich abzugeben. Der Protestbrief wendet sich gegen die Zwangsräumung eines Mieters wegen Eigenbedarf durch Rotecki und Nebus. Der Mieter wohnt dort bereits 40 Jahre.

Die Aktivist*innen klingelten mehrmals und sprachen mit einer Angestellten an der Sprechanlage, wurden aber nicht eingelassen. Deshalb wurde der Brief mit Tesafilm am Firmenschild befestigt. Darauf kam der, bereits vom letzten Besuch bekannte, Securitymitarbeiter und drohte die Polizei wegen Sachbeschädigung zu rufen. Die Aktivist*innen hielten dies für einen schlechten Scherz und entfernten sich daraufhin. Wie aus gut unterrichteten Kreisen am Ku’damm bekannt wurde, wurde der Nobelladen kurz darauf von 8 Securitymitarbeitern bewacht.

Protestaktion wg. Eigenbedarfskündigung nach 40-jähriger Mietdauer

Heute, 12.5.2022, kurz nach 15 Uhr besuchten ein dutzend Aktivist*innen vom „Bündnis Zwangsräumung verhindern“ den Luxusladen „Budapester“ am Kurfürstendamm. Sie protestierten gegen die Zwangsräumung eines Mieters in Steglitz. Zwei der drei Geschäftsführer von „Budapester“ und dem zugehörigen Webshop „MyBudapester.com“ wollen dort einen Mieter auf die Straße setzen. Der Jahresumsatz von „MyBudapester.com“ lag 2019 nach eigenen Angaben bei 16 Millionen Euro.

Der Mieter wohnt seit 1982 in der Wohnung. Nach Aufteilung in Eigentum 1999 wurde die Wohnung 2018 zum zweiten Mal verkauft. Käufer waren Tomasz Rotecki und Matthias Nebus, die umgehend Eigenbedarf für die 75-jährige Schwiegermutter von Rotecki geltend machten. Die Wohnung liegt im dritten Stock ohne Fahrstuhl und ist stark sanierungsbedürftig.

Anna Lobeck hierzu: „Das glaubt doch kein Mensch, dass die Schwiegermutter da einzieht. Die wollen den Mieter, der da 40 Jahre wohnt, rausschmeißen, weil dann der Wert der Wohnung steigt. Die Politik hätte gegen so was schon längst Gesetze erlassen können. Machen sie aber nicht, sind halt die Politiker*innen der Reichen.“

Das Gericht winkte den Eigenbedarf der Schwiegermutter durch. Dem Mieter, der wie viele bei drohendem Verlust der Wohnung unter enormem physischem und psychischem Stress steht, empfahl der Gerichtsgutachter eine Liste von Medikamenten. Das Gericht gewährte noch generös einen Räumungsaufschub.

„Wie kaltschnäuzig ist das denn? Da schmeißt dich ein Gericht mit fadenscheinigen Gründen aus der Wohnung und dann drücken sie dir ein paar Pillen in die Hand, damit du zugedröhnt in die Obdachlosigkeit gehst,“ so Anna Lobeck weiter. „Aber von Richter*innen ist ebenso wenig zu erwarten wie von Politiker*innen. Die gehören alle zur Klasse der Besitzenden.“

Das angestrebte Gespräch mit den Geschäftsführern Tomasz Rotecki und Matthias Nebus kam nicht zustande. Ein Sicherheitsangestellter weigerte sich Kontakt zu Rotecki und Nebus herzustellen und verwies die Aktivist*innen des Ladens.

Anna Lobeck zum Abschluss der Aktion: „Wir haben die ganz schön aufgescheucht in ihrem Nobelladen. Aber das war erst der Anfang. Wir lassen nicht zu, dass jemand einfach aus der Wohnung geworfen wird. Wie heißt es so schön in Berlin? Wer hier Eigentumswohnungen kauft, kauft Ärger!“

Go-In bei Gewobag wegen Zwangsräumung 9-köpfiger Familie

UPDATE: Zwangsräumung am Donnerstag ist ausgesetzt!

„Da weiß die linke Hand nicht was die rechte macht“, so ein Teilnehmer unseres Go-Ins. Er ist in einer Mieterini in Spandau aktiv und hat dort viel mit der Gewobag zu tun. Und genauso war auch unser Tag mit der Gewobag. Aber der Reihe nach.

Gestern abend nach unserer Öffentlichkeitsarbeit gab es aus Senatskreisen die Information die Gewobag würde die Zwangsräumung am Donnerstag zumindest aussetzen, wenn die Mietschulden am heutigen Mittwoch beglichen würden. Schon das ist eigentlich eine Unverschämtheit, denn wie soll die Familie so schnell 2000 Euro auftreiben? Das JobCenter gibt üblicherweise ein Darlehen unter der Voraussetzung, dass das Mietverhältnis gesichert ist. Der Ball lag also eigentlich im Feld der Gewobag. Aber ok, es hat dann geklappt die Mietschulden zu begleichen.

Frohen Mutes gings daraufhin mit der Unterstützung von 25 solidarischen Menschen zur Zentrale der Gewobag in Moabit. Der Empfangsraum war etwas eng aber die Frau hinterm Tresen nett, die Stimmung gut und die Hoffnung groß, dass sich alles regeln lässt und die Zwangsräumung abgeblasen wird. Pustekuchen, nach ca. einer halben Stunde stürmte eine Mitarbeiterin der Abteilung Unternehmenskommunikation mit den Worten „Sie verlassen sofort das Gebäude oder ich hole die Polizei“ in den Raum. Nachdem wir uns von unserer Verblüffung ob der professionellen Unternehmenskommunikation erholt hatten, gelang es mit geduldigem, gutem Zureden die Unternehmenskommunikatorin zu überzeugen zumindest mit zweien der Familie und einem Begleiter die Rücknahme der Zwangsräumung zu besprechen.

Während sich das Gespräch hinzog, lies es sich der Wachschutz nicht nehmen die Polizei zu holen, weil ihm die Wartenden vor dem Gebäude irgendwie verdächtig vorkamen und das Gelände natürlich Privatbesitz ist. Alles eher lächerlich und die Unterhaltung mit Pat und Patachon von Wache 28 auch eher flachsig aber trotzdem nervt dieses Privateigentum an Grund und Boden enorm.

Aber so ging die Zeit auch rum und die Gespräche mit der Gewobag blieben trotz der Länge leider ergebnislos. Aus Senatskreisen wurde nochmal bestätigt, die Gewobag setzt die Räumung aus wenn gezahlt ist. Ein Telefonat mit der Gerichtsvollzieherin ergab aber, dass diese von der Gewobag keine Anweisung zur Aussetzung der Zwangsräumung bekommen hat. Hier sind wir wieder bei „die linke und die rechte Hand“ vom Anfang. 

Um 15 Uhr gibt es noch ein Treffen mit der Gewobag. Wir hoffen mal eines mit Ergebnis, sonst sehen wir uns morgen 8.30 Uhr in Spandau in der Blockade…
Und wirklich, es gab ein Ergebnis: die Zwangsräumung am Donnerstag ist ausgesetzt!